Was 6 Tage „Urlaub“ bewirken können!

In meiner mittlerweile fast 30-jährigen Berufstätigkeit hatte ich in der Vergangenheit zwar schon des öfteren Urlaub, aber so richtig, richtig „tiefenentspannt“ war ich da wohl nie … zumindest nicht nach jetzigen Erkenntnissen!

Denn irgendwas ist dieses Mal komplett anders, was vermutlich auch der Situtation geschuldet ist, die eben auch erstmals sehr „speziell“ ist.

Mein derzeitger Urlaub hat nämlich kein exaktes Verfallsdatum 🙂

Wobei Urlaub hier vielleicht auch das falsche Wort ist, denn es ist eher eine selbsternannte Auszeit – zumindest vorübergehend. (Die genauen Hintergründe könnt Ihr gerne in meinem letzten Blog nachlesen.)

Und vielleicht liegt darin auch der Unterschied: denn wenn man am letzten Arbeitstag noch nicht genau weiß, wann der nächste wieder kommt, dann hat man auch erst einmal nicht so die Eile.

Jeder von uns kennt das Prozedere ja wahrscheinlich nur zu gut: Man weiß, dass man ab einem bestimmten Tag XY für ein paar Tage frei hat und plant dann insgeheim schon, was man an welchem Tag wie, wann und wo erledigen kann, denn irgendetwas bleibt im Laufe der Zeit schließlich immer liegen, kann im Alltag zeitlich nicht bewältigt werden oder passt einfach terminlich nicht in die Arbeitszeiten (z.B. Arztbesuche).

Oder man fährt weg und will dann natürlich in der vorgegebenen Zeit möglichst viel vom Urlaubsort und der Umgebung sehen. Wie schön, wenn das Reisebüro dann auch direkt die passende Route mit anbietet und man quasi in 10 Tagen ganz Europa oder in 18 Tage eine kleine Weltreise starten kann.

Willkommen im Urlaub!!!!

Ich hatte beide Varianten schon zu Genüge und fand beide bisher eigentlich auch immer ganz o.k.. Viel erledigen oder sehen in kurzer Zeit – man hat ja schließlich nicht ewig Urlaub.

Und ja, wenn ich mir heute unsere Fotoalben angucke (oder besser gesagt die gefühlten 100.000 Fotos auf dem Mac), dann habe ich echt schon viel gesehen – keine Frage. Aber habe ich das alles auch wirklich erlebt und gelebt?

Da finden sich Bilder von fast jedem Land in Europa, 3 Staaten der USA, ein bißchen Afrika und Asien und auch einzelne Fotos von Deutschland (jawohl! – ein paar Tage habe ich sogar schon in heimischen Gefilden „geurlaubt“). Und grob überschlagen komme ich auf mindestens 500 Tage, die ich – nur in den letzten 30 Jahren – im Ausland verbracht habe. Klingt am Stück richtig viel, gefühlt war es aber sehr viel weniger, denn ich war nie länger als maximal 14 Tage zusammenhängend irgendwo. Das gab der Urlaub irgendwie nie her (und ich glaube das Budget auch nicht).

An viele Dinge erinnere ich mich auch nur noch, weil die Fotos es zeigen. Sozusagen als Beweis, denn meine Erinnerung daran ist längst verschwommen.

Ganz zu schweigen davon, dass ich heute auch überhaupt nicht mehr weiß, was ich an all den übrigen Tagen meines Urlaubs in den letzten 30 Jahren so gemacht habe – sprich an den Tagen, an denen ich eben nicht irgendwo im Ausland auf Fotosafari war. Denn zu Hause brauchte ich scheinbar keine „Beweisbilder“ für meinen Aufenthalt. Oder es erschien mir nicht wichtig genug – oder auch interessant genug – wie auch immer.

Seit 6 Tagen verbringe ich auf jeden Fall gerade wieder einmal solche „nichtssagenden“ Tage, die bisher in keinem einzigen Bild festgehalten wurden!

Allerdings weiß ich dieses Mal, dass mir diese Tage auch noch in ein paar Jahren in Erinnerung sein werden – auch ohne Beweisfoto!

Denn ich muss zum ersten Mal seit fast 30 Jahren nichts innerhalb einer bereits vorgegebenen Frist schaffen oder sehen. Einfach nichts!

Frei nach dem Credo „il dolce far niente“ 🙂

Und ja, ich komme mir in diesen Tagen tatsächlich so ein bißchen vor wie Julia Roberts in dem Film „Eat Pray Love“. Natürlich nicht vom Aussehen und auch ohne „Pray“, aber ich habe die letzten Tage unbewusst total bewusst gelebt und erlebt!

Ich habe einfach komplett nach meiner eigenen inneren Uhr und meinem persönlichen Biorhythmus gelebt, nichts aber auch rein gar nichts nach alter „Multitasking-Manier“ getan und mir für alles sehr, sehr viel Zeit gelassen. Ergo: Das Leben kann Luxus pur sein – ohne Luxus im materiellen oder weitverbreitetem Sinne!

Und genau das ist, was mir in den letzten Jahrzehnten nie wirklich bewußt war, denn im Grunde genommen brauchen wir (oder zumindest ich) nicht viel um wirklich GLÜCKLICH und ZUFRIEDEN zu sein.

Wir brauchen einfach nur Zeit! Und die ist gerade im Alltag der eigentlich Luxus – den sich keiner mehr wirklich leisten kann.

Auch ich kann mir diesen Luxus nicht dauerhaft leisten und eigentlich noch nicht mal jetzt, aber manche Umstände erfordern eben besondere Maßnahmen, die einem dann wiederum diesen „Luxus“ bescheren. Also sollte man ihn auch nutzen, wer weiß, wann ich so schnell noch einmal in den Genuss kommen werde 🙂

Meine Befürchtungen sagen mir ja irgendwie jetzt schon, dass das wahrscheinlich dann noch bis zur Rente dauern könnte. Und meine „To-do-Liste“ bis dahin wird wahrscheinlich so groß sein, dass ich die ersten Wochen und Monate meiner Rente dann erst mal nur mit dem „Abarbeiten“ aufgeschobener Dinge beschäftigt sein werde. Eben all die Dinge, die ich bis dahin noch nicht mal in meinem Urlaub auf die Reihe bekommen habe.

Aber noch sind wir ja nicht soweit, denn NOCH habe ich ja „Urlaub“ – ohne bisher bekanntes Verfallsdatum.

Und wenn meine Erkenntnisse aus dieser freien Zeit jetzt so weitergehen, und evtl. sogar noch neue hinzu kommen, dann bin ich sicher, dass auch mein Alltag irgendwann am Tag XY dennoch ein Stückchen besser, glücklicher und zufriedenstellender wird, denn die bisherigen 6 Tage Urlaub haben bewirkt, dass ich über einige Dinge komplett anders denke, mich selbst besser kennengelernt habe, mittlerweile ganz andere Prioritäten im Leben setze und nicht zu allerletzt auch ganz sicher bin, dass am Ende unseres Lebens nicht das zählt, was wir haben und besitzen, sondern WIE wir gelebt haben.

WOW … und solche Erkenntnisse nur innerhalb von 6 Tagen! Ich bin echt phänomenal 🙂

Aber das ist ja noch nicht alles, denn meine Tagebucheinträge der letzten Tage weisen auch noch Folgendes auf:

  • ich will zukünftig mir selbst treu bleiben, anstatt so zu leben, wie es andere von mir erwarten
  • ich will zukünftig nicht mehr so viel bzw. anders arbeiten
  • ich will mir zukünftig mehr Freude gönnen
  • ich will mir zukünftig mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen

Und mit dem „passenden“ Job brauche ich vielleicht auch gar keinen Urlaub mehr, kann das eine mit dem anderen verbinden und auch Arbeitszeiten spielen dann primär keine Rolle mehr …

… denn wenn du liebst was du tust, brauchst du nie wieder arbeiten … (heißt das nicht so?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfasst von

Mein Faible für alte Immobilien, Interior (speziell Industrial) sowie Redesign und Reisen hat mich bewogen diesen Blog ins Leben zu rufen. Ihr werdet hier zukünftig also über alles Mögliche lesen ... größtenteils natürlich über das Leben, welches mich 24/7 begleitet :-)

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